Auf den Osterfelderkopf über den Bernadeinsteig

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Osterfelderkopf über Bernadeinsteig
Gebiet Wettersteingebirge, Bayern, Deutschland
Start Bergstation der Kreuzeckbahn
Ende Bergstation der Alpspitzbahn
Strecke 6,5 km Dauer ca. 3 h
Aufstieg 570m Abstieg 170m
Mittel Frühling Sommer Herbst

Heute komme ich zum dritten und letzten Wandervorschlag aus unserem Bayern-Urlaub. Wir wandern auf dem Bernadeinsteig zur Bergstation der Alpspitzbahn und der Aussichtsplattform AlpspiX ! 🙂

Die Wanderung beginnt an der Bergstation der Kreuzeckbahn in Garmisch-Partenkirchen. Die Talstation erreicht man am besten mit den Ortsbuslinien 1 oder 2 ab dem Hauptbahnhof. Wer bereits eine ZugspitzCard hat, kann auch mit der Bayerischen Zugspitzbahn fahren, für alle Anderen dürfte sich das teure Ticket für die Zahnradbahn kaum lohnen. Der Hauptbahnhof von Garmisch-Partenkirchen ist gut an das restliche Netz der Deutschen Bahn angebunden und von München aus in weniger als eineinhalb Stunden erreichbar, daher eignet sich die Wanderung auch gut als Tagesausflug.

Vor uns liegen zwar nur sechseinhalb Kilometer, aber zwischen der Bernadeinhütte und dem Osterfelderkopf sind auf drei Kilometern mehr als 500 Höhenmeter zu überwinden. Dafür wird man aber mit traumhaften Ausblicken auf die Täler in der Umgebung, die Bernadeinwände, den Bernadeinkopf, die Rinderscharte, den Osterfelderkopf, den Höllentorkopf und den Talkessel um Garmisch-Partenkirchen belohnt. Auf Teilen der Strecke besteht Steinschlaggefahr und die Wege sind recht schmal. Bei schlechtem Wetter oder im Winter kann ich die Wanderung daher eher nur für geübte Wanderer empfehlen.

Am Ende der Wanderung bringt uns die Alpspitzbahn wieder zurück ins Tal und zurück zur selben Bushaltestelle, denn die Talstationen der beiden Seilbahnen liegen nur etwa zweihundert Meter voneinander entfernt. Das Ticket für die Rundfahrt mit den Seilbahnen, die sogenannte “Garmisch-Classic”, kostet aktuell 28 Euro.

Von der Bergstation aus sind knapp 700 Meter auf einer gut ausgebauten Schotterstraße zurückzulegen, bevor der Bernadeinsteig (Kennzeichnung KE5) eher unscheinbar an einem Baum abzweigt. Ab hier geht es meist angenehm bergab. Allerding müssen wir dann später wieder jeden dieser Meter nach oben klettern…

Nach etwa 1,8 Kilometern erreicht man die Bernadeinhütte. Der Zutritt steht nur den Mitgliedern der Akademischen Sektion München des Deutschen Alpenvereines offen. Aber für einen kleinen Imbiss zwischendurch reicht ja auch die Bank vor der Hütte, von welcher aus man auch einen schönen Blick auf die Mauerscharte hat.

Bis zur Zugspitze wären es von hier aus noch neun Stunden, ca. 7,5 Kilometer und etwa 1450 Höhenmeter. Viel Zeit sollte man sich morgens nach dem Aufstehen also nicht lassen, sonst könnte es knapp werden.

Die meisten Wanderer und Bergsteiger dürften sich für eine Übernachtung im Kreuzeckhaus entscheiden. Dort stehen 58 Zimmerbetten und ein Matratzenlager für 43 Personen zur Verfügung.

Weiter geht es durch den dichten Wald, vorbei an grasenden Kühen. Nach kurzer Zeit passiert man den Bernadeinlift. Dieser dient nicht nur im Winter als Skilift, sondern ist auch ein wertvoller Orientierungspunkt. Viele Wanderer verpassen kurz die Abzweigung Richtung Osterfelderkopf (Wanderweg KE6) etwa 150 Meter hinter dem Lift und laufen weiter auf dem Bernadeinsteig!

Ab hier geht es nur noch steil bergauf. Serpentine um Serpentine schnaufen wir nach oben. Auf der linken Seite ragen die Bernadeinwände hoch über uns auf und werfen bereits ihre Schatten. Im Sommer sicher eine willkommene Abkühlung, im Herbst kann es in den Schatten auch schon ganz schön kalt werden 😯

Nach zwei Kilometern ist der anstrengendste Teil der Wanderung geschafft, und wie man sieht lohnt es sich. Der Ausblick ist einfach atemberaubend. Vor uns erheben sich auf ganzer Breite die Bernadeinwände mit dem 2144 Meter hohen Bernadeinkopf. Wer hier abzweigt, kann über die Schöngänge auch direkt in die Bernadeinwände einsteigen.

Wir laufen allerdings weiter auf dem Wanderweg KE6. Das letzte Stück bis zum AlpspiX ist Teil des “Genuss-Erlebniswegs“. Hier gibt es neben Stationen mit Märchengeschichten für die Kleinen auch Stangen-Hängesessel, ein Steinlabyrinth, Liegestühle, Sichtrohre und vieles mehr.

Endlich erreichen wir die Talstation der Alpspitzbahn und die Aussichtsplattform AlpspiX. Beide liegen nicht wie vermutet auf der Alpspitze, sondern 600 Meter darunter am Osterfelderkopf. Wer von hier aus bis ganz nach oben klettern möchte, muss für die Alpspitz-Ferrata die notwendige Klettersteigausrüstung mitbringen.

Die Aussichtsplattform AlpspiX wurde 2010 am Osterfelderkopf befestigt und besteht aus zwei freischwebenden “Armen”, welche über die Felskante hinausragen und dadurch den direkten Blick auf das bis zu 1.000 Meter weiter unten liegende Höllental frei geben. Der Zutritt ist kostenlos, aber nichts für schwache Nerven – der Boden ist nur mit einfachen Metallgittern ausgelegt 😉

Aber auch ohne die eigene Höhenangst überwinden zu müssen gibt es viel zu sehen.

Auf dem Osterfelderkopf gibt es gleich mehrere Startbahnen für Paraglider. Von der Terrasse des Restaurants aus kann man den Sportlern beim Zusammenbau der filigranen Schirme und beim Abheben zusehen.

Wer noch ein bisschen weiter wandern möchte, hat dazu mehrere Möglichkeiten. Die Rinderscharte liegt nur 100 Meter höher, der Höllentorkopf etwa 160 Meter. Beide liegen links und rechts eines kleinen Passes, welchen man über den Rindersteig erreicht.

Auf der anderen Seite führt der Rindersteig bis ganz hinunter an den Hammersbach. Von dort aus kann man dann durch die Höllentalklamm oder über den Stangensteig bis ins Dorf Hammersbach weiterwandern.

Eine zweite Option ist der Nordwandsteig. Dieser beginnt am Rindersteig und führt über schmale Steige und durch Tunnel quer durch die Bernadeinwände, bis ganz hinaus zum Bernadeinkopf. Auch die Alpspitz-Ferrata beginnt hier.

Wir beenden den schönen Tag allerdings an dieser Stelle und fahren mit der Alpspitzbahn zurück ins Tal 😉

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Dieser Artikel wurde von Simon für One Man, One Map geschrieben. Das Original befindet sich hier. Alle Rechte vorbehalten.

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